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Vom Bauerndorf zur Industriestadt

Gesamtausstellung «Vom Bauerndorf zur Industriestadt»

Ausstellungsdetails

Das Kultur-Historische Museum setzt sich schwergewichtig mit der Industrialisierung auseinander. Anhand von Beispielen aus der Stadt und Region Grenchen zeigt die Ausstellung die Auswirkungen der industriellen Entwicklung auf unseren Alltag.

1851 beschloss der Gemeinderat mit der Uhrenproduktion anzufangen. Damit setzte in der Stadt und Region Grenchen eine industrielle Entwicklung ein, die im schweizerischen Vergleich als exemplarisch bezeichnet werden kann.  Die Gesamtausstellung umfasst sechs Themenbereiche. Einmal im Jahr wird mit einer Sonderausstellung ein Themenbereich erneuert, so dass die Ausstellung sich regelmässig verändert und für die Besucher Neues zu Entdecken bietet.

Was befindet sich wo?

Erdgeschoss:


Im «Fifties-Café» versteckt befindet sich ab 5. September 2016 das Ausstellungsthema Wohnen. Das höhere Einkommen, welches die Industrialisierung nach sich zog, investierte die Bevölkerung in der Regel in grössere und hellere Wohnungen bzw. deren Einrichtung.

Diese Veränderung dokumentiert die Ausstellung im Bereich Wohnen.

1. Obergeschoss / Schild-Comtesse Raum:


Vom Bauerndorf zur Industriestadt wird der Wandel vom verarmten Bauerndorf mit vielen Auswanderern hin zur reichen Industriestadt mit vielen Zuwanderern aufgezeigt.

Verkehr: Ohne Transport von Waren und Menschen ist keine Industrialisierung möglich, darum nimmt der Verkehr eine zentrale Stellung ein. Die rohstoffarme Schweiz konnte nur dank der erhöhten Transportmöglichkeiten industrialisiert werden. Verkehr bedeutet aber auch Personen – und Güterfreizügigkeit sowie einheitliche Masse.

Arbeit: Die Industrialisierung führte zu einem strukturierten Arbeitsalltag, womit sich der Bereich Arbeit auseinandersetzt. Dem Sonnaufgang folgte der Ruf der Stechuhr.

2. Obergeschoss / Schild-Hugi Raum:


Gesellschaft: Die Industrialisierung wirkte sich auch auf die Gesellschaft aus. Arbeiter und Patrons sind die beiden Pole. Daraus resultierte ein Verteilkampf, der sich auch im Vereinswesen manifestierte.

Freizeit: Der Gegenpart zur Arbeit ist die Freizeit, die mit der Industrialisierung an Bedeutung gewann und heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.

Die Besucherinnen und Besucher werden von «Herrn Gschwind» durch die Ausstellung begleitet. Hinter der Figur «Herr Gschwind» steht der Uhrenfabrikarbeiter Adolf Gschwind (1886-1966), der seine Erinnerungen als ETA-Arbeiter und an das alte Grenchen niederschrieb.

Adolf Gschwind kam als Sohn des letzten Grenchner Laternenanzünders zur Welt. Er besuchte in Grenchen die Schulen und blieb sein Leben lang in der Uhrenstadt. Er war auch erzählerisch und musikalisch begabt. Vor Schulklassen und anderem Publikum gab er seinen Erinnerungsschatz zum Besten, spielte auf seiner Zither und las eigene Verse vor. Dadurch ist er die ideale identitätsstiftende Figur für das Museum.

  • 29. Oktober 2020